Gasometer: Der Berg ruft ab 16. März
Ein Ort des Fortschritts im Ruhrgebiet
Philip Jodidio – Moderne Architektur aus Holz
Provence – Urlaub im Land des Lichts
Der neue Porsche 718 Boxter
Gasometer: Der Berg ruft ab 16. März Gasometer: Der Berg ruft ab 16. März
Ein Ort des Fortschritts im Ruhrgebiet Ein Ort des Fortschritts im Ruhrgebiet
Philip Jodidio – Moderne Architektur aus Holz Philip Jodidio – Moderne Architektur aus Holz
Provence – Urlaub im Land des Lichts Provence – Urlaub im Land des Lichts
Der neue Porsche 718 Boxter Der neue Porsche 718 Boxter

RUHRZEIT | Unverwechselbar erlesen

Die Region Rhein-Ruhr ist vielfältig und faszinierend, dynamisch und intensiv – und genauso präsentiert sich auch die RUHRZEIT. Mit fundierten Beiträgen aus den Bereichen Kunst und Kultur, Wirtschaft und Politik, Mode und Lifestyle, Reisen und Genießen, umrahmt von einer stilvollen Bildsprache. Das Magazin geht viermal jährlich mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren an die kaufkraftstarke, hochkarätige Zielgruppe.

Mirko und Gizem im Landeflug

Die perfekte Illusion

Im Cockpit leuchten Displays und viele bunte Knöpfe. Das Getöse der Triebwerke wird immer lauter. Der Flugkapitän und seine Co-Pilotin sind hoch konzentriert, lenken den Airbus A320 über den Flughafen in Richtung Startbahn und warten auf die Starterlaubnis. Dann heißt es: „Cleared for take-off”...

Mirko und Gizem fühlen sich wie echte Piloten. Geflogen sind sie zwar schon einmal, aber nur als Passagiere… Heute fliegt das junge Ehepaar einen Airbus A320 selbst, nämlich im Full Flight Simulator der Lufthansa Aviation Training GmbH im Essener Stadtteil Kupferdreh. Das Ziel: Der John F. Kennedy International Airport in New York City. „Mein Vater hat mir diesen Flug zum Geburtstag geschenkt. Jetzt bin ich ganz schön aufgeregt, ich habe nämlich eigentlich auch ein bisschen Flugangst”, räumt Mirko ein.

Von den vielen technischen Gerätschaften im Cockpit ist der 29-Jährige schwer beeindruckt und auch ein bisschen eingeschüchtert. „Das sieht alles total echt aus”, sagt er voller Ehrfurcht und bringt seinen Sitz in die richtige Position. Er macht sich ein Bild von Schubhebel, Flightstick, Fahrwerkshebel und Seitenruderpedal und bespricht sich vor dem Start noch einmal kurz mit seiner Co-Pilotin. Als es schließlich heißt „Cleared for take-off”, beschleunigt Mirko. Das Ehepaar spürt förmlich, wie es in den Sitz gedrückt wird, weil die Plattform des Simulators beim Start nach hinten kippt. Gizem sagt in regelmäßigen Abständen die Geschwindigkeit an. Bei rund 140 Knoten – das sind knapp 260 Kilometer pro Stunde – zieht Mirko den Flightstick nach hinten und hebt ab: „Wahnsinn!”, ruft er. Ein „echter Pilot” sitzt mit im Cockpit. In einem Briefing hat er dem Paar vorab die Grundlagen der Aerodynamik erklärt. Jetzt, während des Fluges, steht er unterstützend zur Seite und hilft, falls es brenzlig wird.

Von außen sieht der Simulator aus wie eine Kabine auf beweglichen Stelzen, im Innenraum aber befindet sich das originale Cockpit des Airbus A320. Insgesamt stehen vier Full Flight Simulatoren in den Hallen des Trainingszentrums bereit. Hobbypiloten haben die Wahl zwischen dem Airbus A320 oder dem A330. An den gut 15 Millionen Euro teuren Simulatoren trainieren eigentlich die Piloten großer Airlines aus der ganzen Welt. Doch sobald eine Buchungslücke entsteht, können sich hier auch Nicht-Piloten den Traum vom Fliegen erfüllen. Möglich macht das die Firma ProFlight, die nun nach Frankfurt, München, Berlin und Wien einen weiteren Standort im Rhein-Ruhrgebiet eröffnet hat.

Der Geschäftsführer Walter Drasl war selbst viele Jahre Flugkapitän bei der Lufthansa, bevor er sein Erlebnisflug-Unternehmen gründete. Heute ist es in diesem Segment marktführend. „Die Cockpit-Flugsimulatoren sind eine 1:1-Kopie des realen Flugzeug-Cockpits. Durch die Bewegung um sechs Achsen wird die perfekte Illusion erzeugt”, betont Drasl. „Alles entspricht der Realität, daher spricht man auch vom sogenannten Zero Flight Training“, so der ehemalige Flugkapitän weiter. Dank der ausgefeilten Technik lassen sich in den Full Flight Simulatoren nicht nur Routineflüge von A nach B trainieren, sondern auch Notfallverfahren. Was ist zu tun bei Sturm oder Gewitter? Wie lässt sich der Vogel landen, wenn ein Triebwerk nicht richtig ausfährt? „Piloten können hier all das üben, was im realen Flugzeug so nicht möglich wäre – und das ohne einen Tropfen Kerosin zu verbrauchen oder die Umwelt zu belasten“, erklärt Drasl.

Mirko und Gizem brauchen während virtuellen „Reisefluges“ nach New York einige Male Hilfe vom Profi. Mal stimmt die Flughöhe nicht, mal kommen sie von der Route ab, mal müssen sie leichte Turbulenzen bewältigen. Die größte Herausforderung aber kommt erst noch: Die Landung! Die Skyline von Manhattan ist in weiter Ferne bereits sichtbar. Mirko verringert den Schub, fährt Landeklappen und Fahrwerk aus. Die Landebahn kommt immer näher und der Bordcomputer sagt in Zehnerschritten die noch verbleibende Höhe bis zum Aufsetzen an. Nervenkitzel pur! Dann rummst es gewaltig, Mirko und Gizem spüren die Erschütterung. Applaus hätte es aus der Passagierkabine für diese Landung wohl nicht gegeben. „Aber fürs erste Mal gar nicht so schlecht, oder?” fragt Mirko adrenalingeladen. Für den bestandenen Flug wird Mirko mit einer Urkunde belohnt. Und das mit der Flugangst könnte sich in Zukunft erledigt haben. „Ich weiß ja jetzt, wie es geht”, sagt er grinsend.

www.proflight.com