Werkstattgespräch des NABU NRW und RAG Montan ImmobilienDurch eine intensivere Kooperation von Naturschützern und Flächen- bzw. Projektentwicklern sollen die ökologischen Auswirkungen von Bauprojekten bereits bei der Planung diskutiert werden.

Dadurch sollen mögliche negative Folgen für Tiere und Landschaft vermieden und gleichzeitig die Anforderungen einer wirtschaftlich tragfähigen Projektentwicklung berücksichtigt werden.

Um diesen Plan gemeinsam anzugehen, trafen im Februar 2016 über 80 Mitarbeiter der NABU-Gruppen aus dem gesamten Ruhrgebiet und Immobilienspezialisten der RAG Montan Immobilien zusammen. Bereits 2012 hatten die RAG Montan Immobilien und der NABU NRW, die Regionalstelle des deutschen Naturschutzbundes, einen Kooperationsvertrag geschlossen. Zu den erfolgreichen Projektbeispielen gehören das Bienennetzwerk Ruhrgebiet, mehrere Fledermausschutzmaßnahmen, Umweltbildungsmaßnahmen sowie der Naturführer Zollverein.

„Ziel des jetzigen Workshops war es, dass die Kooperation auch im Alltag bei den konkreten Projekten gelebt wird. Das gelingt nur, wenn die Zusammenarbeit beider Partner auf lokaler Ebene intensiviert wird und bei der Projektentwicklung bzw. Sanierung die naturschutzfachlichen Erfordernisse von Beginn an berücksichtigt werden.

Das besondere an der Kooperation mit der RAG Montan Immobilien als Immobilientochter der RAG AG ist dabei, dass deren Projekte überwiegend auf ehemaligen Bergwerksstandorten realisiert werden, die unterschiedlichste Qualitäten aufweisen“, berichtet NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck. Vor einer weiteren Entwicklung müssen diese Flächen noch ein bergrechtliches Verfahren durchlaufen. Um die Bedingungen und Herausforderungen, die daran gebunden sind, verstehen zu können, ist es von Vorteil, wenn sich die Ansprechpartner miteinander vernetzen.

Ein erfolgreiches Netzwerk

In sieben regionalen Arbeitsgruppen (Unna/Dortmund, Hamm, Kreis Recklinghausen, Gelsenkirchen/Duisburg, Bochum/Essen, Bottrop/Oberhausen und Kreis Wesel) erarbeiteten die Teilnehmer des Werkstattgespräches die gemeinsamen Ziele und verabredeten Maßnahmen, um den Dialog künftig fortzuführen und das Netzwerk auszuweiten.

„Eine engere Vernetzung bietet Chancen für den Naturschutz und für eine erfolgreiche Projektentwicklung und weckt Verständnis für die Zwänge und Anforderungen beider Seiten. Mit dem NABU haben wir einen kompetenten Partner gefunden, der uns bei den natur- und artenschutzlichen Belangen in der Projektarbeit sowohl berät als auch tatkräftig unterstützt“, so Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien.

Als Zeichen für die Zusammenarbeit pflanzten Josef Tumbrinck und Prof. Dr. Hans-Peter Noll gemeinsam einen wurzelechten Apfelbaum in der Nähe des Firmensitzes der RAG Montan Immobilien und der Regionalstelle NABU-Ruhrgebiet auf dem UNSECO Welterbe Zollverein. Im Rahmen von Essens Bewerbung als „Green Capital City Jahr 2017“ wollen beide Partner ihren Beitrag leisten. Dazu sind weitere Pflanzaktionen in den kommenden Monaten geplant.