Gewerbeflächenmarkt im RuhrgebietDer Immobilienmarktbericht Ruhr 2015 zeigt das Ruhrgebiet als einen zusammenhängenden Immobilienmarkt. Für die Region ist die Immobilienwirtschaft ein wichtiger Impulsgeber bei der Erhöhung von Lebensqualität und städtebaulicher Planung.

Aber wie steht es um das von Industrie geprägte Flächenangebot in der Region?

Analysen im Rahmen des Projekts „Gewerbliches Flächenmanagement Ruhr“ haben gezeigt, dass im Jahr 2014 von rund 2.400 ha in der Metropole Ruhr planerisch gesicherten Gewerbeflächenpotenzialen 47 Prozent mit Nutzungsrestriktionen belegt waren. Zu den geringen Restriktionen zählen beispielsweise Erschließungsbedarfe, wohingegen Industriebrachen oder Flächen ohne gewerbliche Entwicklungsperspektive mit schwerwiegenden Restriktionen belegt sind. Attraktive Flächen werden z.B. von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) gemeinsam mit ihren kommunalen Partnern auf den jährlichen internationalen Immobilienmessen MIPIM in Cannes und Expo Real in München vermarktet. Dabei kommt ihnen der digitale Flächenatlas ruhrAgis, ein bundesweit einmaliges Instrument, zugute. Mit diesem Atlas ist es möglich, genaue Angaben, wie etwa Größe und Nutzungsauflagen, zu allen Flächen der Metropole Ruhr zu machen.   

Kommunale Entwicklungschancen

2014 lagen die größten Anteile an Potenzialflächen – ohne Betrachtung der Nutzungsrestriktionen – in Dortmund und Hamm. Die Städte Mülheim an der Ruhr und Hagen verfügten über vergleichsweise geringe Potenziale. Bei den Kreisen lag der größte Potenzialflächenanteil im Kreis Recklinghausen, während der geringste Anteil den Ennepe-Ruhr-Kreis betraf. Zu den Kommunen ohne Entwicklungsperspektiven mit schwerwiegenden Restriktionen zählten 2014 Hagen, Bottrop, Herne der Ennepe-Ruhr-Kreis sowie der Kreis Recklinghausen in besonderem Maße. Zu den Ursachen dieser Ergebnisse gehören im Regelfall erhebliche Anteile an Industriebrachen und/oder schwierige topografische Verhältnisse. „Ohne den Abbau von Nutzungsrestriktionen werden nahezu alle Städte und Kreise ihre Vermarktungstätigkeit mittelfristig erheblich einschränken müssen“, erklärt Rasmus C. Beck, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH. Um mittel- und langfristig die ausreichende Versorgung mit Gewerbe- und Industrieflächen sicherzustellen, ist eine konzertierte Aktion der regionalen Akteure zum Abbau von Nutzungsrestriktionen erforderlich.

Wirtschaftliches Wachstum in der Metropole Ruhr

Verfügbare Gewerbeflächen sind eine Grundvoraussetzung für Erweiterungen und Ansiedlungen von Unternehmen im Ruhrgebiet und stellen gleichzeitig einen entscheidenden Hebel für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum dar. Dadurch ist das Angebot an attraktiven Flächen entscheidend für die Zukunftsfähigkeit aller Branchen in der Region. In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen kann die wmr den Zugang zu Gewerbe- und Industrieflächen ermöglichen und darüber hinaus ein klares Konzept für die Bereitstellung weiterer Areale in den nächsten Jahren sicherstellen. So ist im Rahmen des von der Europäischen Union und der Landesregierung NRW geförderten Projekt „Gewerbliches Flächenmanagement Ruhr“ geplant, in den nächsten drei Jahren die Nutzungsrestriktionen auf gewerblichen Flächen schrittweise abzubauen und ihre Potenziale so für die Zukunft zu aktivieren.