Sehen - das Tor zur WeltUnsere Sinne eröffnen uns unsere Umwelt. Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten ermöglichen eine komplexe Wahrnehmung der Welt. Alle Sinne sind wichtig für uns, doch die Frage nach unserem wichtigsten Sinnesorgan dürften wohl die meisten Menschen gleich beantworten: die Augen.


Er liefert bis zu 80 Prozent der Informationen über die Außenwelt und beschäftigt ein Viertel des Gehirns – der Sehsinn ist das wichtigste Sinnessystem des Menschen, einem in erster Linie optisch orientierten Wesen. Diese Tatsache wird auch anhand folgender Zahl deutlich: 70 Prozent der Gesamtzahl der Sinneszellen befinden sich in der Augennetzhaut. Wir können etwa 150 Farbtöne aus dem Spektrum des sichtbaren Lichtes unterscheiden und zu einer halben Million Farbempfindungen kombinieren.

Vielseitiger Informationslieferant

Unsere Augen haben eine Vielzahl an Aufgaben. Sie warnen uns vor Gefahren in der Umwelt und lassen uns Hindernisse deutlich erkennen. Sie reagieren blitzschnell auf Bewegungen und lassen uns verschiedene Farben, Formen und Entfernungen wahrnehmen. Auch unerlässlich sind sie für die soziale Interaktion mit anderen Menschen, um Reaktionen und Stimmungen erkennen zu können. Nicht ohne Grund besitzen bereits Babys starkes Interesse an Gesichtern.

Über unsere Augen werden optische Eindrücke aus der Umwelt aufgenommen. Anschließend werden sie in unserem Gehirn verarbeitet und zugeordnet, aufgrund unserer Erfahrung erfolgt dann eine Reaktion oder Handlung wie Wegschauen, etwas Aufheben oder jemanden Begrüßen.

Dabei ist Sehen ein Überbegriff, der für viele Tätigkeiten steht: Wir können genau hinsehen, beobachten, Dinge zuordnen, etwas einteilen, unterscheiden, in etwas hineinschauen, Neues entdecken oder besichtigen. Nur so ist es möglich, wichtige Informationen über unsere Welt und die nahe Umgebung zu erhalten. Mit Hilfe unserer Augen sind wir in der Lage, Personen, Gegenstände oder Orte zu identifizieren und Raum, Farbe, Formen und Hintergründe wahrzunehmen. Allerdings entscheiden wir selbst meist unbewusst nach unserer persönlichen Einstellung oder Erfahrung und unserer momentanen Gefühlslage heraus, was wir wann und wie sehen und was nicht. Wir filtern somit aus einer großen Anzahl von visuellen Sinneseindrücken die für uns im Moment am wichtigsten heraus.